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Heizungsarten im Altbau: Gas‑, Öl‑, Wärmepumpen‑ und alternative Systeme im Vergleich

Die Antwort auf einen Blick:
Der Ratgeber vergleicht Heizungsarten im Altbau und beleuchtet Gas-, Öl‑, Wärmepumpen‑ sowie alternative Systeme. Gas‑ und Ölheizungen bieten niedrige Anschaffungskosten, aber hohe Betriebskosten und strenge Vorgaben ab 2026. Wärmepumpen punkten mit hoher Effizienz und Förderungen, erfordern aber Dämmung und höhere Investitionen. Pellet- und Holzheizungen liefern hohe Vorlauftemperaturen, benötigen Platz und verursachen Feinstaub. Fernwärme und Hybridlösungen können Übergangslösungen sein. Eine sorgfältige Analyse des Gebäudes, der lokalen Gesetze und der Förderung ist entscheidend, um die beste Heizungsart im Altbau zu bestimmen.

Altbau-Liebling mit energetischen Tücken

Viele Altbauten in Hamburg und Schleswig‑Holstein begeistern mit hohen Decken, Stuck und großzügigen Räumen. Doch hinter der romantischen Fassade verbergen sich Herausforderungen: veraltete Heizkessel, kleine Radiatoren, zugige Fenster und fehlende Dämmung führen zu hohen Energieverbräuchen. Mit der Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) dürfen neue Heizungen in Neubauten seit 2024 nur noch installiert werden, wenn sie einen Anteil von mindestens 65 % erneuerbarer Energie verwenden. Für Bestandsgebäude gilt diese Regel nach Veröffentlichung der kommunalen Wärmeplanung – in Hamburg spätestens ab Mitte 2026, in kleineren Gemeinden bis Mitte 2028. Parallel dazu verbieten Landesgesetze wie das Hamburgische Klimaschutzgesetz oder das Energiewende‑ und Klimaschutzgesetz in Schleswig‑Holstein das Einbauen rein fossiler Heizungen mittelfristig. 

Vor diesem Hintergrund fragen sich viele Eigentümer:innen: Welche Heizungsarten eignen sich für den Altbau? Sind Gas‑ oder Ölheizungen trotz steigender CO₂‑Abgaben noch sinnvoll? Welche Voraussetzungen müssen Wärmepumpen erfüllen? Und welche alternativen Systeme gibt es? Dieser ausführliche Vergleich beantwortet diese Fragen und liefert Entscheidungshilfen, um den individuell passenden Wärmeerzeuger zu finden. 

Altbau, Wärmebedarf und Heiztechnik

Was charakterisiert einen Altbau?

Unter Altbauten versteht man Gebäude, die in der Regel vor 1978 errichtet wurden und daher meist nicht den heutigen energetischen Standards entsprechen. Sie haben oft massive Außenwände ohne Wärmedämmung, Holzbalkendecken, einfach verglaste Fenster und veraltete Heizsysteme. Das führt zu hohen Wärmeverlusten und einer hohen Heizlast. Eine Sanierung der Gebäudehülle – Dämmung der Fassade, Dach- und Kellerdeckendämmung sowie der Austausch von Fenstern – kann den Heizbedarf deutlich senken. Da solche Maßnahmen kostenintensiv sind, entscheiden sich viele Eigentümer:innen für eine schrittweise Modernisierung, beginnend mit der Heizung. 

Wärmeverteilung und Vorlauftemperatur

Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das in den Heizkörpern zirkuliert. Altbauten benötigen oft höhere Vorlauftemperaturen (60 – 80 °C), weil die Heizkörper klein sind und die Räume schlecht isoliert. Heizungsarten, die hohe Temperaturen bereitstellen, wie Öl‑ und Gas‑Brennwertkessel oder Pelletheizungen, sind daher technisch kompatibel. Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei niedrigen Vorlauftemperaturen (30 – 55 °C). Damit sie im Altbau sinnvoll betrieben werden können, sind größere Heizflächen – Fußbodenheizungen oder moderne Niedertemperatur‑Radiatoren – und eine verbesserte Gebäudedämmung notwendig. 

Energieeffizienz und CO₂-Emissionen

Zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit von Heizungen dienen Wirkungsgrad, Jahresarbeitszahl (JAZ) und CO₂‑Emissionen. Öl- und Gasheizungen haben Wirkungsgrade bis etwa 98 % durch Brennwerttechnik, aber sie stoßen hohe Mengen CO₂ aus und sind durch die CO₂‑Bepreisung zunehmend teurer. Pelletheizungen nutzen nachwachsende Rohstoffe; bei ihrer Verbrennung wird nur so viel CO₂ freigesetzt, wie das Holz während des Wachstums aufgenommen hat. Wärmepumpen erzeugen aus einer Kilowattstunde Strom drei bis fünf Kilowattstunden Wärme, wodurch die CO₂‑Emissionen beim Betrieb mit Ökostrom sehr niedrig sind. Fernwärme kann eine günstige CO₂‑Bilanz haben, wenn der Versorger erneuerbare Energien oder Abwärme nutzt. 

Gesetzliche Vorgaben und Förderungen

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verpflichtet seit 2024 Eigentümer:innen, bei neu eingebauten Heizungen in Neubauten einen Anteil von 65 % erneuerbare Energie zu erfüllen. In Bestandsgebäuden wird diese Regel nach der kommunalen Wärmeplanung relevant. Das Hamburgische Klimaschutzgesetz verlangt beim Austausch alter Heizungen bereits heute einen erneuerbaren Anteil von mindestens 15 % und ab Mitte 2026 65 %. In Schleswig‑Holstein schreibt das Energiewende‑ und Klimaschutzgesetz vor, dass bei Heizungsmodernisierungen in Gebäuden, die vor 2009 errichtet wurden, mindestens 15 % der Wärme aus erneuerbaren Energien stammen müssen; diese Pflicht gilt, bis die bundesweite 65 %-Regel greift. 

Für den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme gibt es umfangreiche Förderprogramme. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gewährt Zuschüsse und Kredite für Wärmepumpen, Biomassekessel und Hybridanlagen. Zusätzliche Boni sind möglich, etwa für den Austausch alter Heizkessel oder für Haushalte mit geringem Einkommen. Kommunale Zuschüsse und steuerliche Anreize ergänzen die Förderlandschaft. Wer eine Heizungsmodernisierung plant, sollte Förderanträge vor Auftragserteilung stellen und sich von zertifizierten Energieberater:innen beraten lassen. 

Die Heizungsarten im Altbau im Detail

Gas-Brennwertheizung

Gas-Brennwertkessel gehören zu den günstigsten Heizungsarten in Bezug auf Anschaffungskosten. Sie nutzen die im Abgas enthaltene Kondensationswärme und erreichen hohe Wirkungsgrade. Durch die weit verbreitete Gasinfrastruktur können sie unkompliziert eingebaut werden. Gasheizungen liefern hohe Vorlauftemperaturen und eignen sich daher technisch auch für unsanierte Altbauten. 

Vorteile

  • Niedrige Anschaffungskosten im Vergleich zu erneuerbaren Heizungen
  • Etabliert und vertraut: viele Installationsbetriebe haben Erfahrung mit Gasheizungen
  • Hohe Vorlauftemperaturen, kompatibel mit bestehenden Radiatoren

Nachteile

  • Steigende Brennstoffpreise und CO₂-Abgaben: Gas wird durch die CO₂‑Bepreisung kontinuierlich teurer, was die Betriebskosten erhöht.
  • Gesetzliche Einschränkungen: Ab 2026 dürfen in Hamburg neue Gasheizungen nur eingebaut werden, wenn sie zu 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Das bedeutet den Einsatz von Biogas, synthetischem Gas oder einer Hybridlösung mit Wärmepumpe oder Solarthermie.
  • Keine Förderung für reine Gasheizungen: Fördermittel werden nur vergeben, wenn das System überwiegend erneuerbare Energie nutzt.
  • Abhängigkeit vom Gasnetz und von geopolitischen Entwicklungen.

Einsatz im Altbau

Gas-Brennwertheizungen können als Übergangslösung dienen, insbesondere wenn die vorhandene Gasinfrastruktur genutzt werden soll. Für die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen empfiehlt sich eine Hybridheizung: eine Wärmepumpe deckt den Großteil der Heizlast, der Gasbrenner übernimmt Spitzenlasten. Solche Systeme reduzieren die CO₂‑Emissionen und die laufenden Kosten, sind aber in der Anschaffung teurer als reine Gasheizungen. 

Ölheizung

Ölheizungen werden immer seltener eingebaut, da neue Regeln ihren Einsatz einschränken. Ab 2026 ist der Einbau neuer Öl-Brennwertkessel nur noch erlaubt, wenn gleichzeitig ein Teil des Wärmebedarfs durch erneuerbare Energie gedeckt wird und kein Anschluss an das Gasnetz oder ein Wärmenetz möglich ist. 

Aufbau und Funktionsweise

Eine klassische Ölheizung besteht aus einem Heizöltank, einer Ölleitung, einem Brenner mit Pumpe, Vorheizer, Magnetventil, Düse und Zündsystem, sowie einem Wärmetauscher. Das Heizöl wird aus dem Tank durch eine Pumpe angesaugt und über einen Filter und einen Vorwärmer geleitet, der das Öl auf rund 70 °C erhitzt. Dadurch wird das Öl dünnflüssig und kann durch die Düse fein zerstäubt werden. Im Brennerraum zünden Elektroden das Öl-Luft-Gemisch, ein Feuerungsautomat überwacht den Prozess. Das Verbrennungsprodukt gibt seine Wärme im Kessel an das Heizwasser ab, anschließend strömen die Abgase durch einen Schornstein oder eine Abgasleitung nach draußen. Moderne Öl‑Brennwertkessel nutzen zusätzlich die Kondensationswärme im Abgas und erreichen so einen höheren Wirkungsgrad. 

Vorteile

  • Unabhängigkeit vom Gasnetz: Öl kann in Gebieten ohne Gasanschluss genutzt werden.
  • Hohe Vorlauftemperaturen: geeignet für unsanierte Altbauten mit kleinen Heizkörpern.
  • Bewährte Technik, leicht nachrüstbar in bestehende Systeme.

Nachteile

  • Lagerraum und Sicherheitsanforderungen: Heizöltanks benötigen Platz im Keller oder im Außenbereich. Doppelwandige Tanks und Leckanzeigegeräte sind vorgeschrieben, um Umweltschäden durch auslaufendes Öl zu verhindern. 
  • Fluktuierende Brennstoffpreise und starke Abhängigkeit von globalen Märkten.
  • Hohe CO₂‑Emissionen und stetig steigende CO₂‑Abgaben machen den Betrieb langfristig teuer.
  • Gesetzliche Verbote: Ab 2045 dürfen fossile Ölheizungen nicht mehr betrieben werden.

Einsatz im Altbau

Der Austausch einer alten Ölheizung gegen einen neuen Öl-Brennwertkessel lohnt sich nur in Ausnahmefällen – etwa wenn kein Gasanschluss vorhanden ist, Fernwärme und Wärmepumpe ausgeschlossen sind und genügend Platz für den Tank zur Verfügung steht. Wer jetzt noch Öl nutzt, sollte über den Umstieg auf Pellets oder eine Hybridlösung mit Solarthermie nachdenken, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen und langfristig Geld zu sparen. 

Wärmepumpen

Wärmepumpen wandeln Umweltenergie in Heizwärme um und gelten als zukunftssichere Heizung. Für Altbauten werden vor allem Luft/Wasser‑ und Sole/Wasser‑Wärmepumpen eingesetzt; Wasser/Wasser‑Systeme sind aufgrund der Genehmigungsvorschriften und des hohen Aufwands seltener. 

Funktionsprinzip

Eine Wärmepumpe arbeitet ähnlich wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt. Ein Kältemittel nimmt Wärme aus der Umwelt auf, wird durch einen Verdichter erhitzt und gibt die Wärme über einen Wärmetauscher an das Heizsystem ab. Der Prozess läuft in einem geschlossenen Kreislauf ab. Die Effizienz wird durch die Jahresarbeitszahl ausgedrückt; sie beschreibt, wie viele Kilowattstunden Wärme pro eingesetzter Kilowattstunde Strom erzeugt werden. 

Vorteile

  • Hohe Effizienz: Moderne Wärmepumpen erreichen JAZ‑Werte von 3,5 bis 5.
  • Geringe Betriebskosten: Umweltwärme ist kostenlos, nur der Strom für den Verdichter fällt an. Mit einer Photovoltaik‑Anlage lassen sich die Stromkosten weiter senken.
  • Klimafreundlich: Bei Betrieb mit Ökostrom sind die CO₂‑Emissionen sehr gering.
  • Förderungen von bis zu 70 % der Investitionskosten möglich.

Nachteile

  • Hohe Anschaffungskosten: Die Installation, eventuelle Bohrungen und der Austausch von Heizkörpern erhöhen den Investitionsbedarf.
  • Anforderungen an das Gebäude: Für effizienten Betrieb sind niedrige Vorlauftemperaturen und eine gute Dämmung erforderlich. Altbauten benötigen oft größere Heizflächen oder Fußbodenheizungen.
  • Lärmemission: Luft/Wasser‑Wärmepumpen erzeugen Geräusche und müssen mit Abstand zum Nachbargrundstück aufgestellt werden (mindestens 2,5 m in Hamburg, 3 m in Schleswig‑Holstein).
  • Genehmigungen: Sole‑ und Wasser/Wasser‑Systeme erfordern Wasserrechts‑ und Bohrgenehmigungen sowie geologische Gutachten. 

Einsatz im Altbau

Wärmepumpen können auch in unsanierten Altbauten funktionieren, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Luft/Wasser‑Geräte sind oft die erste Wahl, weil sie ohne Erdbohrungen auskommen und an die bestehende Heizverteilung angeschlossen werden können. Eine Hybridlösung mit Gas‑ oder Ölbrennwertkessel kann in Übergangsphasen sinnvoll sein. Sole/Wasser‑Wärmepumpen sind effizienter, erfordern aber Bohrungen oder Kollektoren und sind in Wasserschutzgebieten beschränkt. Wichtig ist immer eine Heizlastberechnung und ggf. eine hydraulische Optimierung der Heizflächen, um die Vorlauftemperaturen zu senken. 

Pellet- und Holzheizungen

Pelletheizungen nutzen nachwachsende Rohstoffe und sind für Altbauten mit hohem Wärmebedarf geeignet. Sie liefern hohe Vorlauftemperaturen und können bestehende Radiatoren betreiben. 

Funktionsweise

Pelletheizungen verbrennen industriell hergestellte Holzpellets in einem automatischen Kessel. Ein Vorratsbehälter – entweder als Lagerraum, Sacksilo oder unterirdischer Tank – versorgt den Brenner über eine Schnecke oder ein Saugsystem. Bei der Verbrennung wird Wärme erzeugt, die über einen Wärmetauscher an das Heizwasser abgegeben wird. Moderne Regelungen sorgen für einen modulierenden Betrieb und eine effiziente Verbrennung. Die entstehende Asche wird in einem Behälter gesammelt und muss ein- bis zweimal jährlich entleert werden. 

Vorteile

  • Hohe Vorlauftemperaturen: geeignet für unsanierte Altbauten und vorhandene Heizkörper.
  • Einsatz erneuerbarer Energie: Holz wächst nach, wodurch die CO₂‑Bilanz neutral ist, wenn nachhaltige Forstwirtschaft betrieben wird.
  • Stabile Brennstoffpreise: Pellets unterliegen geringeren Preisschwankungen als Öl und Gas.
  • Geringer Wartungsaufwand: die Asche muss nur gelegentlich entnommen werden; regelmäßige Reinigung und Kontrolle reichen aus.

Nachteile

  • Hohe Anschaffungskosten: Kessel, Austragungssysteme und Lagerraum sind teuer.
  • Platzbedarf: Für die Lagerung der Pellets ist ein trockener, belüfteter Raum erforderlich. Ein Sacksilo benötigt zwar weniger Platz als ein großer Lagerraum, muss aber statisch eingeplant werden. 
  • Feinstaubemissionen: Holzverbrennung setzt Feinstaub frei; moderne Filter reduzieren die Emissionen, aber regelmäßige Wartungen sind nötig.
  • Förderbedingungen: Fördermittel gelten nur für moderne, schadstoffarme Anlagen. 

Einsatz im Altbau

Pelletheizungen sind ideal für Altbauten, bei denen die vorhandenen Heizkörper beibehalten werden sollen und ausreichend Platz für ein Pelletlager vorhanden ist. Sie können als Hauptheizung fungieren oder mit Solarthermie für die Warmwasserbereitung kombiniert werden. Hausbesitzer:innen sollten die Lieferlogistik für Pellets und den Preisvergleich in der Region berücksichtigen. 

Fern- und Nahwärme

Fernwärme ist eine bequeme Lösung, bei der Wärme zentral erzeugt und über Rohrnetze in die Häuser geliefert wird. In Hamburg existiert ein ausgebautes Fernwärmenetz, das hauptsächlich mit Kraft‑Wärme‑Kopplungsanlagen betrieben wird. In Schleswig‑Holstein gibt es viele kleine Nahwärmenetze, die auf Biomasse oder industrieller Abwärme basieren.

Vorteile

  • Geringe Investitionskosten: ein Anschluss ans Netz und eine Übergabestation sind ausreichend; es wird kein eigener Heizkessel benötigt.
  • Kein Lagerbedarf und keine Wartung des Wärmeerzeugers.
  • Hoher Komfort: Nutze müssen sich nicht um Brennstoffbeschaffung oder Technik kümmern.
  • Platzersparnis im Gebäude, da kein Heizraum benötigt wird.

Nachteile

  • Abhängigkeit vom Versorger: Preisgestaltung und Energieträger liegen beim Anbieter. 
  • Verfügbarkeit: nicht in allen Regionen vorhanden; Netzausbau dauert.
  • Unklare CO₂‑Bilanz: hängt vom Mix der eingesetzten Energieträger ab. Ein hoher Anteil fossiler Brennstoffe kann die Klimabilanz verschlechtern.

Einsatz im Altbau

Fernwärme ist sinnvoll, wenn ein Netzanschluss vorhanden ist und der Versorger einen hohen Anteil erneuerbarer Energien nutzt. Für Altbauten in städtischen Gebieten wie Hamburg bietet Fernwärme eine wartungsarme Alternative zu eigenen Heizkesseln. In ländlichen Gebieten Schleswig‑Holsteins können Nahwärmenetze, die aus Biogas‑ oder Holzheizwerken gespeist werden, eine gute Option sein. 

Elektrische Direktheizungen und Infrarotheizungen

Elektrische Heizungen, wie Infrarot‑ oder Speicherheizungen, nutzen Strom direkt zur Wärmeerzeugung. Sie sind schnell installiert, benötigen keine Leitungen für Heizwasser und eignen sich für Räume, die nur zeitweise beheizt werden. 

Vorteile

  • Geringe Anschaffungs- und Installationskosten: es werden lediglich Stromanschlüsse benötigt.
  • Kein Platz für Technik: keine Kessel, Tanks oder Lager erforderlich.
  • Schnelle Wärme: Infrarotheizungen erwärmen direkt Personen und Gegenstände im Raum, was ein angenehmes Wärmegefühl erzeugt.

Nachteile

  • Hohe Betriebskosten: Strom ist im Vergleich zu Gas, Öl oder Pellets teuer. Die laufenden Kosten sind daher hoch.
  • Hohe CO₂‑Emissionen bei Nutzung des durchschnittlichen Strommixes. Erst mit Ökostrom oder in Kombination mit Photovoltaik sinken die Emissionen.
  • Begrenzte Leistung: für schlecht gedämmte Altbauten sind elektrische Direktheizungen als alleinige Lösung ungeeignet.

Einsatz im Altbau

Elektrische Direktheizungen sind im Altbau nur als Zusatzheizung sinnvoll – beispielsweise in selten genutzten Räumen, Badezimmerspiegeln oder Ferienwohnungen. Für die dauerhafte Heizung eines ganzen Hauses sind sie zu ineffizient. 

Hybridheizungen und Blockheizkraftwerke (BHKW)

Hybridheizungen

Hybridheizungen kombinieren zwei Wärmequellen, meist einen Gas‑ oder Öl‑Brennwertkessel mit einer Wärmepumpe oder einer Solarthermieanlage. Der fossile Kessel deckt Spitzenlasten, die erneuerbare Komponente übernimmt den überwiegenden Anteil der Heizarbeit. 

Vorteilhaft ist, dass bestehende Heizkessel integriert werden können und so die Anfangsinvestition niedriger ausfällt als bei einer reinen Wärmepumpe. Nachteilig sind die komplexe Regelung, die höhere Wartung und die fortbestehende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Ab 2026 müssen Hybridsysteme 65 % der Wärme mit erneuerbarer Energie erzeugen, was eine sorgfältige Auslegung erfordert. 

Blockheizkraftwerke (BHKW) und Brennstoffzellen

Ein Blockheizkraftwerk erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme. Es nutzt die Abwärme eines Gasmotors oder einer Brennstoffzelle zum Heizen und gilt als hocheffizient, wenn der produzierte Strom vor Ort genutzt werden kann. BHKW benötigen einen Gasanschluss oder Biogas, ihre Anschaffung ist kostspielig und die Wartung intensiver als bei anderen Heizungen. Brennstoffzellen-Heizungen arbeiten auf Basis elektrochemischer Prozesse, sind leiser und effizienter, kosten aber derzeit am meisten. Für den Altbau sind sie nur bei hohem Wärmebedarf und vorhandenem Gasnetz sinnvoll. 

Solarthermie als Ergänzung

Eine Solarthermieanlage erzeugt warmes Wasser mit Sonnenenergie. Sie kann eine Heizung nicht vollständig ersetzen, sondern dient als Ergänzung für Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. In Kombination mit einer Wärmepumpe, Pellet- oder Gasheizung verringert Solarthermie den Brennstoffverbrauch und verbessert die CO₂‑Bilanz. Für Altbauten ist die Installation einer Solarthermieanlage besonders interessant, wenn bereits eine Dachsanierung oder eine PV‑Anlage geplant ist. 

Planung und Installation der Heizungsarten

Heizlastberechnung und Anlagendimensionierung

Jede Heizung muss so dimensioniert werden, dass sie den maximalen Wärmebedarf des Hauses decken kann. Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 berücksichtigt neben der Gebäudedämmung auch die geometrische Form, Luftwechsel, interne Wärmegewinne und die klimatischen Bedingungen in Hamburg und Schleswig‑Holstein. Altbauten weisen oft einen hohen Heizlastbedarf auf; eine fachgerechte Berechnung verhindert teure Überdimensionierung oder Unterdimensionierung. 

  • Wärmepumpen dimensionieren: Die Leistung der Wärmepumpe sollte so gewählt werden, dass sie den überwiegenden Anteil der Heizlast abdeckt. Eine zu kleine Pumpe führt zu häufigem Einsatz des elektrischen Heizstabs; eine zu große Pumpe steigert Anschaffungskosten und verschlechtert die Effizienz.
  • Pelletkessel dimensionieren: Der Kessel wird entsprechend der Heizlast ausgelegt. Ein Pufferspeicher sorgt dafür, dass der Kessel in längeren, effizienten Intervallen läuft. Die Lagergröße wird auf den Jahresverbrauch ausgelegt, der je nach Dämmzustand und Gebäudegröße variiert.
  • Gas‑ und Ölkessel dimensionieren: Brennwertkessel werden so ausgewählt, dass sie bei Vollast selten laufen. Ein korrektes Brennwert‑System benötigt eine niedrig temperierte Rücklauftemperatur, damit der Kondensationseffekt ausgenutzt wird. 

Installation und Inbetriebnahme

Die Installationsschritte unterscheiden sich je nach Heizsystem:

  • Wärmepumpen: Bei Luft/Wasser‑Geräten wird die Außeneinheit mit Betonsockel im Garten oder an der Fassade platziert. Das Kältemittel‑ und Heizwasser‑Rohrsystem verbindet Außen‑ und Inneneinheit. Für Sole/Wasser‑Anlagen werden Erdsonden gebohrt oder Flächenkollektoren verlegt. Die Installation erfordert ein geschultes Team und die Einhaltung von Sicherheitsabständen sowie Genehmigungen.
  • Pelletheizungen: Der Lagerraum wird vorbereitet, inklusive Brandschutzmaßnahmen und Zuführungssystem. Der Kessel wird im Heizraum installiert und an den Schornstein angeschlossen. Pufferspeicher und hydraulischer Abgleich optimieren den Betrieb. 
  • Gas‑ oder Ölheizungen: Die alten Kessel werden demontiert, neue Brennwertkessel angeschlossen und ein Abgassystem aus korrosionsbeständigen Materialien installiert. Bei Öl müssen Doppelwandtanks mit Lecküberwachung eingebaut werden.
  • Fernwärme: Eine Übergabestation wird installiert und an das bestehende Heizsystem angeschlossen. Der Anschluss an das Wärmenetz erfolgt durch den Versorger.
  • Elektroheizungen: Infrarotpaneele werden an die Wand montiert und an das Stromnetz angeschlossen. 
Heizung im Altbau Installati

Wartung und Betriebsoptimierung

Eine regelmäßige Wartung erhöht die Lebensdauer und Effizienz der Heizungsanlage:

  • Wärmepumpen: Jährliche Kontrolle der Kältemitteldichtheit, Prüfung der Elektronik, Filterwechsel und Reinigung der Wärmetauscher sind notwendig.
  • Pelletheizungen: Der Aschebehälter muss ein- bis zweimal pro Jahr entleert werden. Die Brennkammer, der Wärmetauscher und die Fördertechnik sollten gereinigt und geprüft werden. 
  • Gas‑ und Ölkessel: Jährliche Inspektion durch den Schornsteinfeger; Düse, Zündelektroden und Flammüberwachung werden geprüft. 
  • Fernwärme: Die Übergabestation wird auf Dichtheit und Reglereinstellungen überprüft. 
  • Infrarotheizungen: Sie sind nahezu wartungsfrei; es genügt, die Oberflächen zu reinigen.

Ein hydraulischer Abgleich stellt sicher, dass alle Heizkörper im Haus gleichmäßig mit Wärme versorgt werden. Dabei werden Thermostatventile eingestellt und ggf. Strangventile angepasst, um Druckverluste auszugleichen. In der Praxis führt der Abgleich zu geringeren Pumpenlaufzeiten und verbessert den Brennwertnutzen.

Altbau-Heizungsbeispiele aus der Region

Die Wahl der Heizungsart hängt vom Gebäudezustand und den individuellen Bedürfnissen ab. Die folgenden Beispiele zeigen, wie unterschiedliche Systeme in Norddeutschland umgesetzt wurden.

Kleines Reihenhaus in Hamburg-Altona

Ein zweigeschossiges Reihenhaus aus den 1950er‑Jahren hat eine Gasheizung, die seit 25 Jahren in Betrieb ist. Die Eigentümer wünschen sich eine effiziente, klimafreundliche Heizung ohne hohe Investitionskosten. 

  • Analyse: Das Haus ist nur teilweise gedämmt, die Heizlast beträgt rund 8 kW. Die vorhandenen Radiatoren sind für hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt.
  • Lösung: Eine Gas‑Hybrid‑Heizung kombiniert einen neuen Gas‑Brennwertkessel mit einer kleinen Luft/Wasser‑Wärmepumpe. Die Wärmepumpe deckt 65 % des Heizbedarfs, der Gasbrenner übernimmt Spitzenlasten. Eine Solarthermieanlage auf dem Dach sorgt für Warmwasser. Diese Lösung erfüllt die gesetzlichen Anforderungen, senkt die Gasverbräuche und ermöglicht die Nutzung der bestehenden Heizkörper.

Gründerzeitvilla in Lübeck

Die Familie P. besitzt eine denkmalgeschützte Villa mit hohen Decken und großen Räumen. Die Öl‑Heizung ist 35 Jahre alt und ineffizient. Eine Umstellung auf erneuerbare Energie soll erfolgen, ohne das historische Erscheinungsbild zu beeinträchtigen.

  • Analyse: Dämmmaßnahmen an der Außenfassade sind aus Denkmalschutzgründen nicht erlaubt. Es gibt jedoch ausreichend Platz im Keller und im Garten.
  • Lösung: Die Eigentümer entscheiden sich für eine Sole/Wasser‑Wärmepumpe mit Erdsonden im Garten. Ein zusätzlicher Pufferspeicher ermöglicht einen effizienten Betrieb trotz hoher Vorlauftemperaturen. Die Heizkörper werden durch größere Niedertemperatur‑Radiatoren ersetzt. Die Wärmepumpe wird mit zertifiziertem Ökostrom betrieben, sodass die CO₂‑Bilanz sehr niedrig ist. 

Bauernhaus in Schleswig-Holstein

Auf einem Gutshof aus dem 19. Jahrhundert heizt eine Pelletanlage aus dem Jahr 2010 das Wohnhaus und ein angrenzendes Gästehaus. Die Betreiber möchten die Betriebskosten weiter senken und den CO₂‑Ausstoß verringern.

  • Analyse: Das Gebäude hat dichte Außenwände und ein modernisiertes Dach. Die vorhandene Pelletanlage ist überdimensioniert und verbraucht viel Strom für das Austragungssystem.
  • Lösung: Durch eine Kaskaden‑Regelung werden zwei kleinere Pelletkessel installiert, die je nach Heizlast zugeschaltet werden. Zusätzlich wird eine Solarthermieanlage integriert, die den Pufferspeicher im Sommer erwärmt und den Pelletverbrauch senkt. Damit reduziert sich der Brennstoffeinsatz, und die Feinstaubemissionen sinken.

Hotelbetrieb an der Nordseeküste

Ein kleines Hotel möchte seinen CO₂‑Fußabdruck minimieren, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Das Gebäude aus den 1980er‑Jahren hat eine veraltete Gasheizung. 

  • Analyse: Die Hotelleitung benötigt eine konstante Wärmeversorgung, auch bei hoher Auslastung und in den kalten Monaten. Ein groß dimensionierter Wärmespeicher und die Möglichkeit zur Fernsteuerung des Systems sind erforderlich.
  • Lösung: Die Entscheidung fällt auf eine Brennstoffzellen‑Heizung, die Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt. Der selbst erzeugte Strom wird im Hotel genutzt, überschüssiger Strom ins Netz eingespeist. Die Abwärme der Brennstoffzelle deckt rund 60 % des Heizbedarfs; für Spitzenlasten wird ein Gas‑Brennwertkessel eingesetzt. Durch dieses BHKW‑System sinken die Energiekosten, und der Hotelbetrieb erfüllt die Vorgaben des GEG.

Regionale Aspekte: Hamburg & Schleswig-Holstein im Vergleich

Klimatische Besonderheiten

Die norddeutsche Küstenregion zeichnet sich durch milde Winter und einen hohen Windaufkommen aus. Durchschnittliche Wintertemperaturen von etwa 3 °C begünstigen den Einsatz von Luft/Wasser‑Wärmepumpen, da die Effizienz mit steigender Außentemperatur zunimmt. Allerdings erhöht der Winddruck die Anforderungen an die Standsicherheit von Außengeräten und Solarkomponenten. Insbesondere auf Flachdächern sind zusätzliche Befestigungen notwendig.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Hamburg schreibt seit 2021 beim Austausch einer Heizung einen erneuerbaren Anteil von 15 % vor. Ab Mitte 2026 müssen neue Heizungen 65 % erneuerbare Energie nutzen. Die Stadt fördert den Anschluss an Fernwärme und setzt auf den Ausbau erneuerbarer Energien im Wärmenetz. 

In Schleswig‑Holstein gelten seit Juli 2022 ähnliche Regeln: Bei Gebäuden, die vor 2009 errichtet wurden, müssen beim Heizungstausch mindestens 15 % erneuerbare Energie eingesetzt werden. Diese Pflicht bleibt bestehen, bis die bundesweit einheitliche 65 %-Vorgabe gilt. Eigentümer:innen können die Pflicht erfüllen durch eine Wärmepumpe, eine Solarthermieanlage, einen Anschluss an ein Wärmenetz mit ausreichend erneuerbarem Anteil, einen Sanierungsfahrplan oder den Bezug von Biogas. 

Beide Bundesländer fördern den Einbau von Wärmepumpen, Biomasseanlagen und Solarthermie mit zusätzlichen Zuschüssen. In Hamburg unterstützt die Investitions- und Förderbank (IFB) auch den Anschluss an das Fernwärmenetz. Schleswig‑Holstein hält ein Landesprogramm bereit, das energetische Sanierungen und regenerative Heizungen bezuschusst. 

Baurechtliche Auflagen

Wärmepumpen unterliegen strengen Lärmschutzvorgaben. Der Schallleistungspegel darf in Wohngebieten tagsüber etwa 50 dB und nachts 35 dB nicht überschreiten. Außerdem müssen Abstände zum Nachbargrundstück eingehalten werden (2,5 m in Hamburg, 3 m in Schleswig‑Holstein). Bei Sole‑Wasser‑Wärmepumpen sind Bohrungen genehmigungspflichtig und in Wasserschutzgebieten mitunter untersagt. Öltanks müssen doppelwandig oder mit Auffangwanne ausgeführt sein, und Lecküberwachungssysteme sind Pflicht. 

Kosten- & Förderlogik: Wirtschaftliche Bewertung der Heizungsarten

Investitionskosten im Kontext

Bei der Bewertung der Heizungsarten im Altbau spielen Anschaffungs‑, Installations‑ und Folgekosten eine Rolle. Gas‑Brennwertkessel sind relativ günstig in der Anschaffung, während Wärmepumpen und Pelletheizungen höhere Investitionen erfordern. Fernwärmeanschlüsse sind günstig, sofern ein Netz vorhanden ist, und Elektroheizungen verursachen nur geringe Installationskosten. Hybridheizungen liegen kostenseitig zwischen reinen fossilen und reinen erneuerbaren Systemen, da zwei Technologien kombiniert werden. 

Betriebskosten und Energieträgerpreise

Die Betriebskosten hängen stark von den Energieträgerpreisen ab. Gas und Öl unterliegen internationalen Marktbedingungen und CO₂‑Abgaben, die langfristig steigen. Holzpellets werden regional produziert und sind vergleichsweise stabil im Preis. Stromkosten variieren je nach Tarif; bei Wärmepumpen und Elektroheizungen können Photovoltaikanlagen die Stromkosten erheblich senken. Fernwärmepreise sind vom jeweiligen Versorger abhängig. 

Fördermittel und steuerliche Vorteile

Wie bereits beschrieben, fördert der Bund den Umstieg auf erneuerbare Heizungen über die BEG. Zuschüsse von bis zu 70 % der förderfähigen Kosten sind möglich, wenn die Anlagen hohe Effizienzanforderungen erfüllen. Ein Speed‑Bonus belohnt den frühen Austausch fossiler Heizungen. Zusätzliche Boni erhalten Haushalte mit niedrigem Einkommen oder wenn ein Sanierungsfahrplan umgesetzt wird. 

Die Länder und Kommunen bieten eigene Programme: Hamburg bezuschusst Wärmepumpen, Solarthermie und den Fernwärmeanschluss. Schleswig‑Holstein unterstützt energetische Sanierungen und den Einsatz erneuerbarer Energien im Wohngebäude. Darüber hinaus können Hauseigentümer:innen die Kosten für energetische Maßnahmen anteilig von der Steuer absetzen. 

Entscheidungs- & Planungshilfen: So finden Sie das passende Heizsystem

Schritt 1: Bestandsanalyse

Beauftragen Sie einen Energieberaterin, der*die den energetischen Zustand des Gebäudes bewertet. Dazu gehören die Prüfung von Außenwänden, Dach, Fenstern, Heizkörpern und Leitungen. Die Heizlastberechnung gibt Auskunft über die notwendige Leistung des Heizsystems.

Schritt 2: Ziele definieren

Überlegen Sie, welche Prioritäten Sie setzen: Wollen Sie vor allem die Betriebskosten senken, die CO₂‑Emissionen minimieren oder die Investition möglichst gering halten? Dies beeinflusst die Wahl des Heizsystems. 

Schritt 3: Varianten vergleichen

Stellen Sie die unterschiedlichen Heizungsarten gegenüber. Vergleichen Sie Anschaffungs‑ und Betriebskosten, Fördermöglichkeiten, technische Anforderungen, Platzbedarf und Umweltwirkung. Bewerten Sie, ob eine Wärmepumpe, Pelletheizung, Gas‑Hybrid, Fernwärme oder eine andere Lösung für Ihr Gebäude geeignet ist. 

Schritt 4: Fördermittel und Finanzierung prüfen

Informieren Sie sich frühzeitig über Förderprogramme und Darlehen. Ein individueller Sanierungsfahrplan kann zusätzliche Boni bringen. Beantragen Sie Fördergelder vor Vertragsabschluss mit dem Installateur. 

Schritt 5: Angebot und Planung

Holen Sie Angebote von mehreren qualifizierten Fachbetrieben ein. Die Planung sollte die korrekte Dimensionierung, die Integration in das bestehende Heizsystem, die Genehmigungen und den Zeitrahmen berücksichtigen. Achten Sie auf regionale Besonderheiten und die gesetzlichen Anforderungen. 

Schritt 6: Installation und Inbetriebnahme

Lassen Sie die Anlage von zertifizierten Firmen installieren. Stellen Sie sicher, dass der hydraulische Abgleich durchgeführt wird und die Reglereinstellungen optimiert sind. Nach der Inbetriebnahme sollten Sie sich die Funktionen erklären lassen und bei Bedarf einen Wartungsvertrag abschließen.

Schritt 7: Monitoring und Nachjustierung

Überwachen Sie die Anlage im Betrieb, beispielsweise durch ein digitales Monitoring. Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass eine Feinjustierung der Regelparameter in den ersten Monaten die Effizienz deutlich verbessern kann. 

Heizungsarten im Altbau – fundierte Entscheidungen treffen

Altbauten stellen besondere Anforderungen an die Heizung. Die Wahl der Heizungsart im Altbau sollte auf einer sorgfältigen Analyse des Gebäudes, der finanziellen Möglichkeiten und der gesetzlichen Vorgaben basieren. 

Gas‑ und Öl‑Brennwertheizungen punkten mit niedrigen Anschaffungskosten, sind aber durch steigende Brennstoffpreise, hohe CO₂‑Abgaben und gesetzliche Beschränkungen langfristig teure Übergangslösungen. Sie können in Hybridanlagen mit erneuerbarer Technik integriert werden, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.

Wärmepumpen gelten als die nachhaltigste und langfristig günstigste Option, insbesondere in Kombination mit Photovoltaik. Sie erfordern allerdings eine gute Gebäudedämmung und höhere Investitionen. 

Pellet‑ und Holzheizungen sind hervorragende Alternativen für Altbauten mit hohem Wärmebedarf und genügend Platz. Sie nutzen erneuerbare Ressourcen, sind aber in der Anschaffung teuer und verursachen Feinstaubemissionen.

Fernwärme bietet Komfort und geringe Investitionskosten, setzt jedoch einen Anschluss ans Netz voraus und bindet Nutzer:innen an die Preisstruktur des Versorgers. 

Elektrische Direktheizungen sind als alleinige Heizung meist unwirtschaftlich, eignen sich aber als Zusatzlösung. 

Letztlich gibt es für Altbauten keine universelle Lösung. Wichtig ist ein individueller Ansatz, der Gebäudesubstanz, Nutzungsverhalten, rechtliche Vorgaben und Fördermöglichkeiten berücksichtigt. Mit einer professionellen Beratung, einer sorgfältigen Planung und der Nutzung von Förderprogrammen lässt sich auch im historischen Gebäude eine moderne, effiziente und nachhaltige Heizungsanlage realisieren.

Drei Steuer Husum Techniker im Portrait.
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