Welche Wärmepumpe für Altbau? Systeme vergleichen und die richtige Wahl treffen
Die passende Wärmepumpe für den Altbau finden
Alte Häuser besitzen oft einen eigenen Charme, doch ihre Heizsysteme sind meist veraltet und ineffizient. Steigende Energiepreise, gesetzliche Anforderungen und der Wunsch nach Klimaschutz führen dazu, dass Eigentümer und Betreiber kleiner gewerblicher Objekte über eine Wärmepumpe Heizung im Altbau nachdenken. Die zentrale Frage lautet dabei: Welche Wärmepumpe für Altbau ist die richtige, um Wohnkomfort, Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu vereinen? Die Antwort hängt vom energetischen Zustand des Gebäudes, der vorhandenen Heiztechnik, der baulichen Umgebung und den regionalen Bedingungen im Norden Deutschlands ab. Dieser Ratgeber erläutert die wichtigsten Pumpenarten, stellt ihre Vor‑ und Nachteile heraus, zeigt typische Stolperfallen und bietet eine Entscheidungsgrundlage für Besitzer von Altbauten in Hamburg und Schleswig‑Holstein. Ziel ist es, Ihnen eine klare, objective Beratung zu geben, damit Sie die passenden Weichen für eine nachhaltige Wärmeversorgung stellen können.
Warum das Thema aktuell ist
Der Gebäudesektor steht im Fokus der deutschen Energie‑ und Klimapolitik. Mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) und dem 65‑Prozent‑Erneuerbare‑Energien‑Gebot sollen fossile Heizungen schrittweise ausgetauscht werden. Wärmepumpen gelten als Schlüsseltechnologie für diese Wende, weil sie Umweltenergie nutzen und mit erneuerbarem Strom betrieben werden können. Doch Altbauten weisen oft hohe Heizlasten, schlechte Dämmung und alte Radiatoren auf, sodass nicht jedes System gleichermaßen geeignet ist. Hinzu kommen regionale Besonderheiten: In Hamburg und Schleswig‑Holstein herrschen milde Winter, aber es gibt strenge Lärmschutzauflagen und unterschiedliche Genehmigungspflichten für Bohrungen und Aufstellorte. Umso wichtiger ist es, sich gründlich zu informieren und die Wärmepumpen für Altbauten miteinander zu vergleichen, statt vorschnell zu einer Lösung zu greifen, die später nicht effizient oder genehmigungsfähig ist.

Funktionsweise und wichtige Kenngrößen
Bevor wir die einzelnen Wärmepumpenarten betrachten, lohnt ein Blick auf das grundsätzliche Funktionsprinzip. Eine Wärmepumpe entzieht der Umwelt (Luft, Erdreich oder Grundwasser) Wärme, hebt diese mithilfe eines Kompressors auf ein höheres Temperaturniveau und gibt sie über einen Wärmetauscher an den Heizkreis ab. Das Kältemittel zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf und ändert beim Verdampfen und Verflüssigen seinen Aggregatzustand. Der COP (Coefficient of Performance) bzw. die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viel Wärmeleistung das Gerät im Verhältnis zur aufgenommenen elektrischen Leistung liefert. Eine JAZ von 3 bedeutet, dass pro Kilowattstunde Strom drei Kilowattstunden Wärme erzeugt werden. Je geringer die Temperaturdifferenz zwischen Umwelt und Heizung, desto besser ist die Effizienz – ein entscheidender Punkt für den Einsatz in Altbauten, die höhere Vorlauftemperaturen benötigen.
Die Vorlauftemperatur beschreibt die Temperatur des Heizwassers, das in die Heizkörper oder die Fußbodenheizung fließt. Moderne Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei niedrigen Vorlauftemperaturen, idealerweise zwischen 30 und 45 °C. Altbauten mit klassischen Radiatoren benötigen oft 60 °C oder mehr, insbesondere bei ungedämmten Wänden und Einfachverglasung. Es gibt inzwischen hochtemperaturfähige Wärmepumpen, die 65–75 °C erreichen, allerdings steigt bei hohen Temperaturen der Strombedarf deutlich. Die Heizlast ist die Leistung, die das Gebäude bei der niedrigsten Außentemperatur benötigt, um warm zu bleiben. Sie wird von einem Fachplaner nach DIN EN 12831 berechnet und hängt von der Dämmung, den Fensterflächen, der Raumgröße und der Nutzung ab. Diese Größe ist entscheidend für die Dimensionierung der Wärmepumpe: Zu kleine Geräte führen zu kalten Räumen oder dem häufigen Einsatz einer elektrischen Zusatzheizung, zu große Geräte zu ineffizientem Taktbetrieb und unnötig hohen Investitionskosten.
Prüfmethoden für Altbauten
Ob eine Wärmepumpe im Altbau effizient arbeiten kann, lässt sich durch einfache Tests vorab abschätzen. Am bekanntesten ist der 55‑Grad‑Test: Hierbei wird die Vorlauftemperatur der vorhandenen Heizung an einem kalten Tag auf etwa 55 °C reduziert. Bleiben alle Räume ausreichend warm, hat das Gebäude Potenzial für eine Niedertemperaturheizung. Werden einige Räume kühler, könnten größere Heizflächen oder einzelne neue Radiatoren helfen. Frieren mehrere Räume, deutet dies auf einen hohen Wärmebedarf hin, der ohne zusätzliche Dämmmaßnahmen nicht mit einer Standard‑Wärmepumpe gedeckt werden kann. Eine professionelle Heizlastberechnung bleibt dennoch unerlässlich, da sie Lüftungswärmeverluste, Wärmebrücken und spezifische Nutzungen berücksichtigt. Hydraulischer Abgleich und die Anpassung der Heizkurve sind weitere Maßnahmen, die häufig vor dem Umstieg durchgeführt werden müssen und die Effizienz verbessern.
Luft‑Wasser‑Wärmepumpe: flexibel und günstig, aber sensible Aufstellung
Die Luft‑Wasser‑Wärmepumpe ist in Deutschland am weitesten verbreitet und wird auch im Altbau häufig eingesetzt. Sie nutzt die Außenluft als Wärmequelle, benötigt daher keinen Grundstücksaushub und ist relativ schnell installiert. Die Geräte bestehen aus einer Außeneinheit mit Ventilator und Verdampfer sowie einem Innenteil mit Verdichter, Kondensator und Regelung. Je nach Bauart können beide Komponenten auch zusammen in einem Monoblockgehäuse untergebracht sein. Bei der Frage welche Wärmepumpe für Altbau am besten geeignet ist, führt die Luftwärmepumpe oft die Liste an, weil sie geringe Investitionskosten und eine unkomplizierte Genehmigung mitbringt.
Vorteile
- Geringe Investitionskosten: Anschaffungspreis und Installation liegen meistens im Bereich von 15 000 bis 30 000 Euro, je nach Leistung und Ausstattung. Da weder Bohrungen noch Kollektoren benötigt werden, fallen Erschließungskosten weg.
- Schnelle Installation: Die Außeneinheit kann im Garten, auf dem Dach oder an der Fassade montiert werden. Bei Kompaktgeräten sind lediglich ein Fundament und ein Anschluss an das Heizsystem erforderlich.
- Flexibles Nachrüsten: Luftwärmepumpen eignen sich für Gebäude ohne große Grundstücksfläche oder bei dichter Bebauung. Ein gut isoliertes Altbau kann mit überschaubaren Anpassungen (z. B. neuen Heizkörpern) ausgestattet werden.
- Leistungsanpassung: Viele Modelle verfügen über Invertertechnik, die den Betrieb an den tatsächlichen Wärmebedarf anpasst und somit takten vermeiden kann.
Nachteile
- Abhängigkeit von der Außentemperatur: Je kälter die Außenluft, desto geringer ist die nutzbare Umweltenergie. Bei Minustemperaturen sinkt der COP, sodass der Stromverbrauch steigt. In Norddeutschland sind die Winter relativ mild, jedoch gibt es Frostphasen, die den Wirkungsgrad vorübergehend reduzieren.
- Lärmschutz und Aufstellort: Das Ventilatorgeräusch muss die strengen Grenzwerte der TA Lärm einhalten. Für reine Wohngebiete gilt nachts ein Richtwert von 35 dB(A). Schallschutzhauben, größere Abstände zu Nachbarn und eine geschickte Platzierung (z. B. nicht direkt vor Schlafräumen) sind notwendig. In Hamburg gilt für Geräte, die als „gebäudegleich“ eingestuft werden, ein Abstand von 2,5 Metern zum Nachbargrundstück. In Schleswig‑Holstein gibt es bei Geräten bis zwei Meter Höhe und drei Meter Länge keine fixe Abstandsregel, solange der Lärmschutz eingehalten wird.
- Energieeffizienz bei hohen Vorlauftemperaturen: Altbauten benötigen oft 50–60 °C Vorlauf. Luftwärmepumpen erreichen diese Temperaturen, aber die Effizienz sinkt. Eine Kombination mit größeren Heizflächen (z. B. Heizwände) oder die Verwendung von Hochtemperaturmodellen kann notwendig sein.
- Stromnetzanforderungen: Geräte über 4,6 kW sind in der Regel drehstrompflichtig und müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden. Ein Elektriker prüft, ob die Hausinstallation ausreichend dimensioniert ist und ob ein separater Zähler notwendig ist.
Wann ist die Luftwärmepumpe im Altbau sinnvoll?
Sie passt am besten zu gut oder teilweise sanierten Altbauten mit mittlerem Wärmebedarf und ausreichend großen Heizflächen. Wenn Sie einen Garten oder Hof mit genügend Platz für die Außeneinheit haben und die Lärmvorschriften einhalten können, ist diese Art oft der wirtschaftlichste Einstieg in die Wärmepumpenwelt. Zudem lässt sich eine Luftwärmepumpe gut mit einer Photovoltaikanlage kombinieren. Bei sehr hohen Heizlasten oder unsanierten Gebäuden können Hybridheizungen oder Hochtemperaturlösungen sinnvoller sein.
Sole‑Wasser‑Wärmepumpe (Erdwärmepumpe): effizient und konstant, aber genehmigungspflichtig
Eine Sole‑Wasser‑Wärmepumpe, auch als Erdwärmepumpe bekannt, nutzt die relativ konstanten Temperaturen des Erdreichs als Wärmequelle. Dafür werden entweder Erdsonden senkrecht gebohrt oder Flächenkollektoren horizontal im Garten verlegt. Bei Sonden reichen die Bohrungen typischerweise 50 bis 100 Meter in die Tiefe, um ganzjährig auf 10–12 °C Bodenwärme zuzugreifen. Der Kreislauf enthält ein frostsicheres Wasser‑Glykol‑Gemisch („Sole“), das die Wärme zum Verdampfer transportiert. Im Vergleich zur Luftwärmepumpe bieten Sole‑Wasser‑Geräte einen stabileren Wirkungsgrad und erreichen höhere JAZ‑Werte, was sie besonders interessant macht, wenn langfristige Effizienz und Betriebskosten im Vordergrund stehen.
Vorteile
- Hohe Effizienz: Durch die konstanten Bodentemperaturen liefert eine Sole‑Wasser‑Wärmepumpe Jahresarbeitszahlen von 3,5 bis 5. Selbst bei niedrigen Außentemperaturen bleibt die Quelle warm genug, sodass der Strombedarf niedriger ist und die Betriebskosten sinken.
- Keine Geräuschbelastung im Außenbereich: Die Wärmeeinheit befindet sich innerhalb des Gebäudes. Im Außenbereich sind lediglich die unauffälligen Kollektoren oder Bohrungen vorhanden. Dadurch entfallen Diskussionen mit Nachbarn über Lärm.
- Lange Lebensdauer: Erdsonden sind nahezu wartungsfrei und auf 50 Jahre ausgelegt. Die Investition amortisiert sich über die lange Nutzungsdauer.
- Ideal für hohe Heizlasten: Bei unsanierten Altbauten oder größeren Gebäuden mit hohem Wärmebedarf ist die Sole‑Wasser‑Pumpe oft effizienter als eine Luftwärmepumpe, weil sie auch bei hoher Vorlauftemperatur weniger Strom verbraucht.
Nachteile
- Hohe Anschaffungs‑ und Erschließungskosten: Neben dem Gerät selbst (12 000–20 000 Euro) fallen zusätzliche Kosten für die Bohrungen oder den Aushub an (5 000–15 000 Euro). Die Gesamtkosten können 30 000 bis 50 000 Euro übersteigen.
- Genehmigungspflicht: Für Bohrungen sind wasserrechtliche Genehmigungen erforderlich. In Wasserschutzgebieten and bei bestimmten Gegebenheiten (z. B. hohe Grundwasserstände in Nordfriesland) können Bohrungen untersagt oder mit Auflagen verbunden sein.
- Flächenbedarf: Flächenkollektoren benötigen eine etwa 1,5‑ bis 2‑fache Grundstücksfläche der zu beheizenden Wohnfläche. Kleine Grundstücke kommen daher nur für Erdsonden infrage.
- Erdarbeiten und Bauaufwand: Die Installation ist zeitaufwändig und dauert meist mehrere Wochen. Bohrfirmen haben Wartezeiten, und Lärmbelästigung während der Arbeiten ist nicht auszuschließen.
Einsatz im Altbau
Eine Sole‑Wasser‑Wärmepumpe eignet sich für Altbauten, wenn ausreichend Grundstücksfläche vorhanden ist oder Erdwärmesonden genehmigt werden. Der höhere Aufwand rechnet sich vor allem bei Häusern mit dauerhaft hoher Heizlast, da der Stromverbrauch im Vergleich zur Luftwärmepumpe spürbar niedriger ausfällt. In Schleswig‑Holstein können hohe Grundwasserstände und moorige Böden die Bohrtiefe begrenzen; ein geologisches Gutachten ist deshalb Pflicht. Wer langfristig plant und die Investition stemmen kann, erhält mit einer Erdwärmepumpe eine sehr effiziente und langlebige Lösung.
Wasser‑Wasser‑Wärmepumpe: Spitzenreiter bei der Effizienz, abhängig vom Grundwasser
Die Wasser‑Wasser‑Wärmepumpe nutzt Grundwasser als Wärmequelle. Da Grundwasser das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von rund 8–12 °C hat, erreichen diese Geräte die höchsten Effizienzwerte aller Wärmepumpenarten. Das System besteht aus einem Förderbrunnen, der das Grundwasser zum Verdampfer führt, und einem Schluckbrunnen, der das abgekühlte Wasser wieder in den Boden zurückleitet.
Vorteile
- Maximale Effizienz: Jahresarbeitszahlen von 4 bis 5 sind realistisch. Die hohen Temperaturen im Grundwasser ermöglichen niedrige Betriebskosten und geringe Stromaufwendungen.
- Kein Flächenbedarf im Garten: Es sind keine großflächigen Kollektoren notwendig, nur zwei Brunnen. Dieses System eignet sich daher für Grundstücke mit wenig Platz.
- Geringe Abhängigkeit vom Wetter: Da die Quelle ganzjährig nahezu konstant ist, bleibt der Wirkungsgrad stabil, selbst bei strengen Wintern.
- Langlebigkeit: Mit fachgerechter Wartung halten Brunnenanlagen viele Jahrzehnte.
Nachteile
- Wasserrechtliche Anforderungen: Es müssen zwei Brunnen gebohrt werden, was eine Genehmigung der Wasserbehörde erfordert. Die Qualität des Grundwassers ist entscheidend: Bei hohem Eisen‑ oder Mangananteil können Wärmetauscher und Pumpe verschlammen. Regelmäßige Wartung und Filter sind Pflicht.
- Hohe Kosten: Neben dem Gerät und der Installation (ähnlich wie bei Sole‑Wasser‑Pumpsystemen) belaufen sich die Brunnenkosten auf etwa 5 000 bis 15 000 Euro, je nach Tiefe und Bodenbeschaffenheit.
- Unsicherheit der Wasserführung: Das Grundwasser muss in ausreichender Menge vorhanden sein, um den dauerhaften Betrieb zu gewährleisten. Ein hydrogeologisches Gutachten vorab ist unumgänglich.
- Rechtlicher Rahmen: In einigen Regionen Norddeutschlands sind wasserwirtschaftliche Auflagen streng. So dürfen Brunnen nicht in Wasserschutzgebieten oder in der Nähe von Deichen gebohrt werden.
Geeignete Altbau‑Szenarien
Eine Wasser‑Wasser‑Wärmepumpe ist vor allem für Altbauten interessant, die eine hohe Leistung benötigen und über zugängliches, sauberes Grundwasser verfügen. In Hamburg sind Wasserbehörden zurückhaltend mit Genehmigungen innerhalb der Stadt, während in ländlichen Gebieten von Schleswig‑Holstein der Bau leichter möglich sein kann. Die Investition lohnt sich langfristig, wenn das System zuverlässig läuft, doch die Anfangshürden sind höher als bei Luft‑ oder Sole‑Systemen.
Hochtemperatur‑Wärmepumpen: Speziallösung für unsanierte Gebäude
Für unsanierte Altbauten, denkmalgeschützte Häuser oder Bestandsgebäude mit alten Radiatoren kann eine Hochtemperatur‑Wärmepumpe eine sinnvolle Option sein. Im Gegensatz zu Standard‑Geräten, die für Temperaturen bis etwa 55 °C ausgelegt sind, erreichen Hochtemperaturgeräte Vorlauftemperaturen von 65 bis 75 °C und teilweise noch mehr. Dies gelingt durch mehrstufige Verdichter, spezielle Kältemittel wie Propan oder CO₂ sowie eine ausgefeilte Steuerung, die auch bei höheren Temperaturen einen möglichst hohen COP sicherstellen soll. Die Geräte werden meistens als Luft‑ oder Sole‑Varianten angeboten.
Vorteile
- Einsatz alter Heizkörper: Die Radiatoren können meist weiter genutzt werden, sodass keine kostspielige Erneuerung der Heizflächen erforderlich ist. Das ist insbesondere in Gebäuden sinnvoll, in denen ein Austausch der Heizkörper oder eine Flächenheizung baulich nicht möglich ist.
- Keine umfassende Dämmung nötig: Auch bei schlechter gedämmten Altbauten kann die notwendige Vorlauftemperatur bereitgestellt werden, sodass der Wärmekomfort gewährleistet bleibt.
- Flexibilität bei der Sanierungsplanung: Hochtemperatur‑Wärmepumpen erlauben es, schrittweise zu sanieren – beispielsweise erst die Heizung auszutauschen und später Fenster, Dach oder Fassade zu verbessern.
Nachteile
- Höherer Stromverbrauch: Die hohe Temperaturdifferenz zwischen Umwelt und Heizkreis führt zu einem niedrigeren COP (typischerweise 2 bis 3), sodass die Betriebskosten steigen.
- Höhere Anschaffungskosten: Im Vergleich zu Standardgeräten sind die Investitionskosten um 20 bis 40 Prozent höher. Für unsanierte Häuser kann sich die Mehrinvestition dennoch lohnen, wenn der Heizkörperaustausch vermieden wird.
- Technische Komplexität: Mehrstufige Kältekreisläufe erfordern eine sorgfältige Planung und erfahrene Fachbetriebe. Im Fehlerfall sind Reparaturen teurer.
- Längere Amortisationszeit: Wegen des höheren Strombedarfs dauert es länger, bis sich die Investition über Einsparungen amortisiert.
Anwendung in Norddeutschland
Die Winter im Norden sind milder als im Alpenraum, doch viele Altbauten sind ungedämmt. Hochtemperatur‑Wärmepumpen können dort übergangsweise eingesetzt werden, wenn Eigentümer eine Dämmung erst später planen oder aus Denkmalschutzgründen nicht möglich ist. Sie sollten jedoch die Betriebskosten im Blick behalten und prüfen, ob ein Hybridkonzept mit einer Gas‑ oder Pelletheizung wirtschaftlicher ist. In Hamburg und Schleswig‑Holstein erfordern auch hochtemperaturfähige Luftwärmepumpen die Einhaltung der Lärmrichtwerte, was bei Geräten mit größeren Ventilatoren zusätzliche Schalldämmmaßnahmen notwendig machen kann.
Hybridheizungen: Kombination von Wärmepumpe und zweiter Wärmequelle
Eine Hybridheizung vereint eine Wärmepumpe mit einem zweiten Wärmeerzeuger, zum Beispiel einem Gas‑ oder Ölkessel, einer Pelletheizung oder Solarthermie. Die Wärmepumpe deckt den Grundlastbereich, während der zweite Wärmeerzeuger bei niedrigen Außentemperaturen oder hohem Bedarf zuschaltet. Diese bivalente Betriebsweise ermöglicht es, das Gebäude effizient zu beheizen, ohne dass die Wärmepumpe überdimensioniert werden muss.

Vorteile
- Versorgungssicherheit: Zwei Wärmequellen bieten eine hohe Ausfallsicherheit. Wenn eine Komponente ausfällt, bleibt die andere in Betrieb.
- Flexibilität bei der Modernisierung: Eigentümer können zunächst eine Wärmepumpe ergänzen und die bestehende Heizungsanlage weiter nutzen, um später schrittweise zu modernisieren. Dies ist besonders bei hohen Heizlasten im Altbau attraktiv.
- Effizienzgewinn: Im Niedertemperaturbereich arbeitet die Wärmepumpe effizient; nur bei Spitzenlasten springt der Kessel an. Dadurch reduzieren sich die Brennstoffkosten und Emissionen.
- Förderfähigkeit: Bivalente Systeme, bei denen die Wärmepumpe separat installiert wird, können die Vorgaben des GEG erfüllen und sind grundsätzlich förderfähig, sofern der erneuerbare Anteil mindestens 65 Prozent beträgt.
Nachteile
- Höhere Investitionskosten: Es müssen zwei Systeme angeschafft und integriert werden. Die Regelungstechnik ist komplexer als bei einer reinen Wärmepumpe.
- Platzbedarf: Ein zweiter Wärmeerzeuger und ein Pufferspeicher benötigen zusätzlichen Raum im Heizkeller.
- Weiterer Brennstoffanschluss: Bei Gas‑ oder Ölhybriden bleibt die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen teilweise bestehen.
- Abstimmung der Komponenten: Die Geräte müssen aufeinander abgestimmt werden, damit sie effizient zusammenarbeiten. Fehleinstellungen können zu erhöhten Kosten führen.
Typische Einsatzfelder
Hybridheizungen eignen sich vor allem für unsanierte oder teilweise sanierte Altbauten mit hoher Heizlast, bei denen eine reine Wärmepumpenlösung wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre. Auch gewerbliche Objekte wie Hotels oder Pflegeeinrichtungen profitieren von der hohen Versorgungssicherheit. In Norddeutschland, wo die Heizsaison vergleichsweise kurz ist, kann eine Hybridanlage die Energieeffizienz steigern, weil die Wärmepumpe in den milderen Monaten den größten Teil des Bedarfs deckt. Bei einer späteren umfassenden Sanierung kann der fossile Kessel entfallen.
Vergleich der Wärmepumpenarten: Parameter, Vor‑ und Nachteile
Um Ihnen die Entscheidungsfindung zu erleichtern, fasst der folgende Überblick die wichtigsten Parameter der einzelnen Wärmepumpentypen zusammen. Die Angaben zu Kosten und Effizienz dienen als Orientierung und sind abhängig von Leistungsgröße, Hersteller, regionalen Baukosten und Förderprogrammen.
Leistungsbereich und Effizienz
- Luft‑Wasser‑Wärmepumpe: Leistungsbereich von ca. 5 kW bis 20 kW; Jahresarbeitszahl meist zwischen 3 und 4; starke Abhängigkeit von der Außentemperatur.
- Sole‑Wasser‑Wärmepumpe: Leistungsbereich 5 kW bis 30 kW; Jahresarbeitszahl 3,5 bis 5; konstante Effizienz dank stabiler Erdtemperatur.
- Wasser‑Wasser‑Wärmepumpe: Leistungsbereich 5 kW bis 30 kW; Jahresarbeitszahl 4 bis 5; höchste Effizienz, setzt sauberes und reichliches Grundwasser voraus.
- Hochtemperatur‑Wärmepumpe: Leistungsbereich variiert je nach Modell; Jahresarbeitszahl 2 bis 3,5; liefert 65–75 °C Vorlauf für alte Radiatoren.
- Hybridheizung: Die Wärmepumpe übernimmt üblicherweise 60–80 Prozent der Jahresarbeit, der restliche Bedarf wird durch den zweiten Wärmeerzeuger gedeckt.
Investitionskosten (ohne Förderung)
- Luft‑Wasser‑Wärmepumpe: 15 000–30 000 Euro inklusive Montage.
- Sole‑Wasser‑Wärmepumpe: 25 000–45 000 Euro inklusive Bohrung oder Kollektor.
- Wasser‑Wasser‑Wärmepumpe: 30 000–50 000 Euro inklusive Brunnenbohrung.
- Hochtemperatur‑Wärmepumpe: 25 000–40 000 Euro; höhere Preise durch aufwendige Technik.
- Hybridheizung: 25 000–50 000 Euro; abhängig von der Art des zweiten Wärmeerzeugers.
Betriebskosten und Stromverbrauch
Die Betriebskosten werden maßgeblich durch den Strompreis, die Effizienz der Wärmepumpe und den Wärmebedarf bestimmt.
- Luft‑Wasser‑Wärmepumpe: Jahresstromverbrauch bei Altbauten mit moderatem Bedarf ca. 5 000–8 000 kWh; Kosten 1 500–2 500 Euro pro Jahr (bei 0,30 €/kWh).
- Sole‑Wasser‑Wärmepumpe: Stromverbrauch 4 000–6 000 kWh; Kosten 1 200–1 800 Euro; niedrigerer Verbrauch gleicht höhere Anschaffung aus.
- Wasser‑Wasser‑Wärmepumpe: Stromverbrauch 3 500–5 500 kWh; jährliche Kosten 1 100–1 600 Euro; durch hohe Effizienz besonders sparsam.
- Hochtemperatur‑Wärmepumpe: Stromverbrauch 6 500–9 000 kWh; Kosten 2 000–3 000 Euro; der höhere Verbrauch kann durch Einsparungen bei Heizkörpern relativiert werden.
- Hybridheizung: Die Wärmepumpe deckt den Grundbedarf; Stromverbrauch 3 000–6 000 kWh plus Gas‑ oder Pelletkosten für Spitzenlasten.
Platzbedarf und Aufstellbedingungen
- Luft‑Wasser: benötigt Aufstellfläche im Freien; Entfernung zur Nachbargrenze beachten; freie Zu‑ und Abluft ermöglichen; 50 cm Wartungsabstand lassen.
- Sole‑Wasser: erfordert Bohrungen oder Flächenkollektoren; technischer Raum für Wärmepumpe im Haus; keine Geräuschbelastung außen.
- Wasser‑Wasser: zwei Brunnen im Garten; Technikraum im Haus; regelmäßige Wartung der Brunnen.
- Hochtemperatur: identisch mit Luft‑ oder Sole‑Systemen, je nach Wärmequelle; zusätzliche Schalldämmung bei Luftvarianten.
- Hybrid: zusätzlicher Heizkessel oder Pelletlager; Pufferspeicher; höherer Platzbedarf im Technikraum.
Genehmigungen und Vorschriften
- Luft‑Wasser: baurechtlich meist genehmigungsfrei, sofern die Lärmschutzwerte eingehalten werden. Anmeldung beim Netzbetreiber wegen Elektroanschluss erforderlich.
- Sole‑Wasser: Bohrungen sind genehmigungspflichtig; in Wasserschutzgebieten streng reguliert. Manche Bundesländer verlangen Geologengutachten.
- Wasser‑Wasser: Genehmigung und Überwachung durch Wasserbehörde; Wasseranalyse und hydrogeologisches Gutachten verpflichtend.
- Hochtemperatur: identisch zu Luft‑ oder Sole‑Systemen.
- Hybrid: In der Regel genehmigungsfrei; der bestehende Kessel bleibt bestehen, die Wärmepumpe ist anzumelden.
Umweltbilanz und Zukunftsfähigkeit
- Luft‑Wasser: Bei Nutzung von Ökostrom sehr gute CO₂‑Bilanz; ideal in Kombination mit Photovoltaik.
- Sole‑ und Wasser‑Wasser: Höchster Gesamtwirkungsgrad, daher beste Umweltbilanz, allerdings höhere Eingriffe in den Boden.
- Hochtemperatur: Effizienz niedriger, CO₂‑Bilanz dennoch gut, wenn regenerativer Strom genutzt wird; sinnvoll als Übergangslösung.
- Hybrid: CO₂‑Reduktion gegenüber reinen fossilen Heizungen; allerdings bleibt fossiler Anteil bestehen.

Entscheidungsfaktoren: So wählen Sie das richtige System aus
Nach dem Überblick über die verschiedenen Wärmepumpentypen ist es wichtig, die Auswahlkriterien systematisch zu prüfen. Die Entscheidung hängt von den spezifischen Gegebenheiten Ihres Gebäudes, Ihrem Budget, Ihren Sanierungsplänen und den regionalen Vorgaben ab.
Heizlast und Dämmstandard
Die Heizlast bestimmt, wie groß die Wärmepumpe dimensioniert werden muss. Bei hohen Heizlasten über 15 kW ist eine Luft‑Wasser‑ oder Sole‑Wasser‑Pumpe nur sinnvoll, wenn das Gebäude energetisch saniert wird oder ein Hybridbetrieb in Betracht gezogen wird. Unsanierte Altbauten mit Heizlasten von 20 kW und mehr sind mit einer reinen Wärmepumpenlösung ohne Dämmmaßnahmen meist überfordert. Die Dämmung ist daher der erste Hebel: Verbesserungen an Dach, Fassade und Fenstern senken den Energiebedarf und ermöglichen niedrigere Vorlauftemperaturen. Dämmmaßnahmen müssen nicht immer umfassend sein; bereits der Austausch einzelner Fenster, eine Dachbodendämmung oder das Dämmen der Kellerdecke kann den Bedarf deutlich reduzieren.
Heizflächen und Vorlauftemperatur
Je größer die Heizflächen, desto niedriger kann die Vorlauftemperatur sein. Fußboden‑, Wand‑ oder Deckenheizungen sind ideal für Wärmepumpen, weil sie bei 30–35 °C betrieben werden können. Ist das nicht vorhanden, können große Radiatoren oder Heizwände installiert werden. In Altbauten lassen sich auch moderne Ventilatorkonvektoren einsetzen, die mit niedrigen Temperaturen arbeiten und dank integriertem Lüfter dennoch ausreichend Wärme abgeben. Falls die vorhandenen Radiatoren beibehalten werden sollen, ist möglicherweise eine Hochtemperatur‑Wärmepumpe erforderlich. Eine Alternative kann auch ein bivalenter Betrieb sein, bei dem die Wärmepumpe bis zu einer bestimmten Außentemperatur arbeitet und danach der Heizkessel einspringt.
Grundstück und Aufstellmöglichkeiten
Nicht jedes Grundstück bietet Platz für Kollektoren, Brunnen oder Außenmodule. Prüfen Sie, ob ausreichend Abstand zu Nachbarn und eigene Gebäudeteilen vorhanden ist. Bei Reihen‑ oder Doppelhäusern ist die Einhaltung von Abständen besonders wichtig, damit keine Schallbelästigung entsteht. In Städten wie Hamburg können geringe Grundstücksgrößen und Innenhöfe die Platzierung der Außeneinheit erschweren. Sole‑ und Wasser‑Systeme benötigen hingegen großen Garten oder Zugang zu Grundwasser; Bohrungen sind in Schutzgebieten möglicherweise verboten. Hybridheizungen beanspruchen vor allem den Innenraum, was bei kleinen Kellern zu Engpässen führen kann.
Elektrische Infrastruktur
Eine Wärmepumpe stellt zusätzliche Anforderungen an die Hausinstallation. Viele Geräte benötigen einen dreiphasigen Anschluss (400 V), mehrere Sicherungen und einen Fehlerstromschutzschalter (FI). Ein Elektriker muss prüfen, ob die Zähleranlage und die Leitungen ausreichend dimensioniert sind. Bei größeren Leistungen können ein zweiter Zähler und ein Steuergerät für die Netzdienste erforderlich sein. Wenn Sie Ihre Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren möchten, müssen Wechselrichter, Stromspeicher und das Lastmanagement aufeinander abgestimmt werden. In Norddeutschland gibt es Netzbetreiber, die flexible Wärmepumpentarife anbieten; diese Tarife setzen eine steuerbare Verbrauchseinrichtung voraus, mit der der Netzbetreiber die Pumpe zeitweise drosseln kann.
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Rechnen Sie nicht nur die Anschaffungskosten, sondern betrachten Sie die gesamten Lebenszykluskosten. Eine günstige Luft‑Wasser‑Wärmepumpe kann sich als teurer erweisen, wenn sie 15 Jahre läuft und jährlich hohe Stromkosten verursacht. Eine Sole‑ oder Wasser‑Wasser‑Pumpe amortisiert sich hingegen über niedrigere Betriebskosten, vor allem wenn der eigene Strompreis durch Photovoltaik sinkt. Hochtemperaturgeräte verursachen höhere Stromkosten, ersparen aber den Austausch der Heizkörper. Hybridheizungen bieten zwar Flexibilität, halten aber den fossilen Anteil. Die Amortisation hängt zudem von staatlichen Förderungen und Ihrem individuellen Verbrauch ab.
Förderprogramme und finanzielle Unterstützung
Der Staat unterstützt den Umstieg auf effiziente Wärmepumpen mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten. Seit 2026 gilt eine Basisförderung von 30 Prozent der förderfähigen Kosten für den Austausch fossiler Heizungen gegen eine Wärmepumpe. Zusätzlich können Boni die Förderung auf bis zu 70 Prozent erhöhen: Ein Klima‑Geschwindigkeitsbonus belohnt den Austausch alter Öl‑ und Gasheizungen innerhalb bestimmter Fristen, während ein Einkommensbonus Familien mit niedrigem zu versteuernden Einkommen entlastet. Die maximal förderfähigen Investitionskosten belaufen sich auf 30 000 Euro pro Wohneinheit. Wer einen Hybridkessel nachrüstet, erhält für die Wärmepumpe denselben Förderrahmen, solange sie eigenständig betrieben werden kann und mindestens 65 Prozent erneuerbare Energie liefert. Für Bohrungen und Brunnen werden teilweise separate Förderungen angeboten, jedoch müssen Sie die entsprechenden Anträge vor Beginn der Maßnahme stellen. Außerdem gibt es regionale Programme, z. B. von der Investitionsbank Schleswig‑Holstein oder der Hamburgischen Investitions‑ und Förderbank, die energetische Sanierungen unterstützen.
Förderbedingungen
- Fachunternehmererklärung: Nach Abschluss der Arbeiten muss ein Fachbetrieb bestätigen, dass die Wärmepumpe ordnungsgemäß installiert wurde, hydraulisch abgeglichen ist und die berechnete Heizlast einhält.
- Jahresarbeitszahl: Viele Förderungen setzen eine Mindest‑JAZ von 2,7 bis 3 voraus. Die Gerätezertifizierung nach EHPA‑Gütesiegel oder vergleichbaren Standards wird vorausgesetzt.
- Schallschutz: Einige Programme verlangen, dass der Schalldruckpegel der Außeneinheit 10 dB unter den gesetzlichen Grenzwerten liegt.
- Timing: Förderanträge müssen vor Vertragsabschluss und Beginn der Arbeiten gestellt werden.
Regionale Besonderheiten in Hamburg und Schleswig‑Holstein
Norddeutschland hat spezifische Anforderungen, die die Auswahl der Wärmepumpe beeinflussen.
Klima und Heizperiode
Die Winter in Hamburg und Schleswig‑Holstein sind vergleichsweise mild, mit durchschnittlichen Januartemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Das begünstigt Luft‑Wasser‑Wärmepumpen, deren Effizienz bei höheren Außentemperaturen steigt. Gleichzeitig weht oft ein kräftiger Wind, der die Geräuschausbreitung verstärkt. Außerdem sind viele Häuser im Norden durch starke Windlasten und salzhaltige Luft besonders beansprucht – die Materialqualität der Außeneinheit sollte robust gegen Korrosion sein.
Wasserrecht und geologische Bedingungen
In Schleswig‑Holstein ist der Grundwasserspiegel vielerorts hoch, was Bohrungen für Erdsonden erschwert. Moorige oder sandige Böden können die Bohrtiefe begrenzen oder Verteilerflächen für Kollektoren instabil machen. In Küstennähe sind Wasserschutzgebiete häufig, sodass Genehmigungen für Wasser‑Wasser‑Pumpsysteme streng geprüft werden. In Hamburg unterliegen Bohrungen und Brunnen dem Hamburger Wassergesetz, das mitunter Auflagen wie Probebohrungen, Gutachten und die Überwachung des Grundwassers beinhaltet.
Lärmschutz und Abstandsregelungen
Die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) legt bundesweit die Grenzwerte für Geräuschemissionen fest: In reinen Wohngebieten dürfen Außengeräte nachts nicht lauter als 35 dB(A) sein, tagsüber gelten 50 dB(A). Die Hamburger Bauordnung verlangt bei Geräten, die nach außen wie ein Gebäude wirken (z. B. hohen Außengeräte), einen Abstand von 2,5 Metern zum Nachbargrundstück. Kompakte Außenmodule bis zwei Meter Höhe sind davon ausgenommen, müssen aber ebenfalls die Lärmgrenzen einhalten. Schleswig‑Holstein hat die pauschale 3‑Meter‑Regel für luftgekühlte Wärmepumpen im Jahr 2024 abgeschafft; entscheidend bleibt jedoch, dass der Schallschutz eingehalten wird und die Anlage die Nachbarn nicht stört.
Netzanschluss und Tarife
Im Norden betreiben die Netzbetreiber häufig separate Tarife für steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Wenn Sie Ihre Wärmepumpe als steuerbare Last anmelden, können Sie von günstigeren Stromtarifen profitieren, allerdings muss dafür eine entsprechende Steuereinrichtung eingebaut werden. Photovoltaik ist in Norddeutschland trotz geringerer Sonneneinstrahlung eine sinnvolle Ergänzung; kombinierte PV‑Wärmepumpen‑Systeme steigern die Eigenstromnutzung und verbessern die Wirtschaftlichkeit.
Förderprogramme auf Landesebene
Zusätzlich zu den bundesweiten Fördermitteln gibt es Programme wie das „Förderprogramm Klimaschutz für Bürgerinnen und Bürger“ in Schleswig‑Holstein oder Zuschüsse der Hamburgischen Investitions‑ und Förderbank. Diese regionalen Programme fokussieren sich oft auf die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden und können zusätzliche Zuschüsse für Wärmepumpen, Dämmung oder Fenster bieten. Informieren Sie sich vorab, welche Programme für Ihr Gebiet gelten und ob sie kombinierbar sind.
Typische Fehler vermeiden: Was Sie bei der Planung beachten sollten
Bei der Umsetzung einer Wärmepumpenlösung im Altbau lauern zahlreiche Fallstricke. Die folgenden Punkte sollten Sie beachten, um Fehlentscheidungen zu vermeiden:
Falsche Dimensionierung
Eine überdimensionierte Wärmepumpe taktet häufig, was die Lebensdauer verringert und den Stromverbrauch erhöht. Eine zu kleine Pumpe hingegen schafft es bei kalten Temperaturen nicht, die Räume ausreichend zu heizen. Lassen Sie eine präzise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durchführen, statt die Größe nach Daumenregeln zu wählen. Achten Sie auch auf den Leistungsbereich der Pumpe – sie sollte die Heizlast bei der Bemessungstemperatur decken können, ohne ständig im oberen Leistungsbereich zu laufen.
Unzureichende Dämmung und fehlender hydraulischer Abgleich
Wird die Dämmung vernachlässigt, arbeitet die Wärmepumpe permanent am Limit und verbraucht mehr Strom. Selbst kleinere Dämmmaßnahmen können den Heizbedarf deutlich senken. Nach der Installation muss unbedingt ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden, damit alle Heizflächen gleichmäßig versorgt werden. Ohne Abgleich können einzelne Heizkörper zu wenig Wärme abgeben, wodurch die Vorlauftemperatur unnötig hoch eingestellt wird.
Vernachlässigung der Geräuschproblematik
Luftwärmepumpen erzeugen Geräusche durch den Ventilator und den Verdichter. Eine falsche Standortwahl – etwa in einer schallharten Ecke oder unter einem Fenster – verstärkt den Schall. Planen Sie den Aufstellort sorgfältig, verwenden Sie ggf. Schallschutzmatten oder -hauben, und achten Sie auf die Geräuschwerte des Herstellers. Bedenken Sie auch, dass Schallwandlung durch Wände und Geländer den Lärmpegel erhöhen kann.
Ignorieren der elektrischen Anforderungen
Viele ältere Gebäude haben elektrische Anlagen, die nicht für die zusätzliche Belastung durch eine Wärmepumpe ausgelegt sind. Zu dünne Leitungen, veraltete Zählerplätze oder fehlende Fehlerstromschutzschalter sind Sicherheitsrisiken. Lassen Sie vor dem Einbau eine Elektrofachkraft prüfen, ob ein dreiphasiger Anschluss vorhanden ist und ob die Hausinstallation angepasst werden muss.
Keine Integration in ein ganzheitliches Energiekonzept
Eine Wärmepumpe entfaltet ihre Stärken im Zusammenspiel mit anderen Energieeffizienzmaßnahmen. Wer eine Photovoltaik‑Anlage installiert, kann Eigenstrom für Heizung und Haushaltsstrom nutzen. Ein Wärmespeicher oder eine Kombination mit Solarthermie ermöglicht, Überschüsse zwischenzuspeichern. Wer im Altbau auf eine Wärmepumpe setzt, sollte diese Aspekte frühzeitig berücksichtigen, um das System optimal auszulegen und später keine kostspieligen Anpassungen vornehmen zu müssen.
Praxisbeispiele und Szenarien
Teilmodernisiertes Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche
Ein Haus von 1970 in Flensburg wurde bereits mit neuen Fenstern und einer 10 cm starken Fassadendämmung ausgestattet. Die Heizlast liegt nach Berechnung bei 10 kW. Die Eigentümer entscheiden sich für eine Luft‑Wasser‑Wärmepumpe mit Invertertechnik und installieren zusätzliche Flachheizkörper im Wohnzimmer. Die Vorlauftemperatur kann auf 50 °C eingestellt werden; an besonders kalten Tagen heizt ein integrierter elektrischer Heizstab zu. Die Jahresarbeitszahl wird mit 3,5 ermittelt, der Stromverbrauch liegt bei 6 000 kWh pro Jahr. Dank KfW‑Förderung von 35 Prozent und Nutzung eines Wärmepumpentarifs amortisiert sich die Investition nach rund 12 Jahren.
Unsaniertes Reihenhaus mit hoher Heizlast
In einem 1930er‑Reihenhaus in Hamburg‑Eimsbüttel besteht lediglich eine Dachbodendämmung. Die Heizlast beträgt 18 kW. Der Eigentümer möchte keine umfangreiche Dämmung durchführen, da die Fassade denkmalgeschützt ist. Nach Beratung wird eine Hochtemperatur‑Luftwärmepumpe gewählt, die Vorlauftemperaturen bis 70 °C erreicht. Die alten Gussradiatoren können weiter genutzt werden. Die Stromkosten sind höher (ca. 8 500 kWh pro Jahr), aber der Austausch der Heizkörper fällt weg. Eine zusätzliche PV‑Anlage mit 6 kWp senkt die Stromkosten. In diesem Szenario zeigt sich, dass Hochtemperaturgeräte eine pragmatische Lösung sein können, wenn Dämmung kaum möglich ist und dennoch eine erneuerbare Heizung gewünscht wird.
Landhaus mit großer Grundstücksfläche
Ein Bauernhaus in Schleswig‑Holstein verfügt über einen großzügigen Garten. Die Heizlast liegt bei 14 kW, die Wände sind nur teilweise gedämmt. Hier wird eine Sole‑Wasser‑Wärmepumpe mit zwei 80 Meter tiefen Erdwärmesonden installiert. Der Bohrvorgang wird genehmigt, da keine Wasserschutzgebiete betroffen sind. Die Jahresarbeitszahl beträgt 4,4, der Stromverbrauch 5 000 kWh. Obwohl die Investitionskosten hoch sind (rund 45 000 Euro), amortisieren sie sich durch niedrige Betriebskosten, insbesondere wenn die Strompreise steigen.
Hotelbetrieb mit wechselndem Wärmebedarf
Ein kleines Hotel in Husum plant den Austausch seiner alten Ölheizung. Der Wärmebedarf ist hoch, da rund um die Uhr Warmwasser bereitgestellt werden muss. Es wird eine Hybridheizung kombiniert aus einer 30 kW Luft‑Wasser‑Wärmepumpe und einem Gasbrennwertkessel. Die Wärmepumpe deckt den Grundlastbereich bis 5 °C Außentemperatur, der Gas‑Kessel übernimmt darüber hinaus. Mit dieser Lösung kann das Hotel seine Heizkosten um rund 35 Prozent senken und die Anforderungen der Förderprogramme erfüllen. Später ist geplant, die Gasheizung durch eine Pelletheizung zu ersetzen, um den fossilen Anteil weiter zu reduzieren.
Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung zur Entscheidungsfindung
- Energieberatung und Heizlastberechnung: Beauftragen Sie einen unabhängigen Energieberater oder Heizungsfachmann mit der Berechnung der Heizlast und einer Bestandsaufnahme Ihres Hauses. Berücksichtigen Sie dabei geplante Dämmmaßnahmen.
- Vorlauftemperatur testen: Führen Sie den 55‑Grad‑Test durch, um abzuschätzen, ob Ihre vorhandenen Heizkörper mit niedrigen Temperaturen auskommen. Dokumentieren Sie die Ergebnisse.
- Sanierungsstrategie festlegen: Entscheiden Sie, welche Dämmmaßnahmen vor der Heizungserneuerung realisiert werden können. Schon eine moderate Verbesserung der Dämmung reduziert die notwendige Vorlauftemperatur.
- Wärmepumpenarten vergleichen: Prüfen Sie anhand der oben genannten Kriterien, welches System am besten zu Ihrem Gebäude passt. Berücksichtigen Sie Heizlast, Heizflächen, Grundstück, elektrische Infrastruktur und Budget.
- Förderung beantragen: Informieren Sie sich über bundesweite und regionale Förderprogramme. Stellen Sie Förderanträge rechtzeitig vor Vertragsabschluss.
- Fachbetriebe auswählen: Holen Sie Angebote von qualifizierten Heizungsbauern ein. Achten Sie auf Erfahrung mit Altbauprojekten und Wärmepumpentechnologien.
- Installation planen: Klären Sie mit dem Fachbetrieb den Zeitplan, den Aufstellort, die Elektroinstallation und eventuelle Schallschutzmaßnahmen.
- Inbetriebnahme und Abnahme: Nach der Montage erfolgt der hydraulische Abgleich und die Einweisung. Lassen Sie sich die Fachunternehmererklärung und die Dokumentation aushändigen.
- Betrieb optimieren: Überwachen Sie den Stromverbrauch, passen Sie die Heizkurve an und lassen Sie das System regelmäßig warten. Bei Bedarf können Sie später weitere Dämmmaßnahmen oder eine Photovoltaikanlage ergänzen.

Fundierte Entscheidung für den Altbau
Die Frage welche Wärmepumpe für Altbau am besten geeignet ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Jedes Gebäude bringt individuelle Voraussetzungen mit, die den Einsatz der verschiedenen Wärmepumpenarten beeinflussen. Luft‑Wasser‑Wärmepumpen bieten eine kostengünstige und schnelle Lösung für gut gedämmte Altbauten. Sole‑ und Wasser‑Wasser‑Wärmepumpen überzeugen durch höchste Effizienz, erfordern jedoch Bohrungen, höhere Investitionen und Genehmigungen. Hochtemperatur‑Wärmepumpen dienen als Brücke für unsanierte Gebäude mit alten Radiatoren, haben aber einen höheren Stromverbrauch. Hybridheizungen kombinieren die Vorteile einer Wärmepumpe mit einem konventionellen Wärmeerzeuger und eignen sich für hohe Heizlasten oder schrittweise Modernisierungen.
Letztlich hängt die Wahl von einer umfassenden Analyse der Heizlast, der Gebäudehülle und der Heizflächen ab, kombiniert mit einer Betrachtung der regionalen Vorschriften in Hamburg und Schleswig‑Holstein. Nutzen Sie fachkundige Beratung, prüfen Sie sorgfältig die Fördermöglichkeiten und denken Sie langfristig. So sichern Sie sich eine nachhaltige, effiziente und zukunftssichere Heizung für Ihr altes Haus und leisten zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz.
